Burschenschaftsdenkmal

Die Geschichte

Nach den Plänen des Dresdner Architekten Wilhelm Kreis wurde das Burschenschaftsdenkmal unter Verantwortung des Eisenacher Maurermeisters Gustav Stein in den Jahren 1900 bis 1902 erbaut. Das 33 Meter hohe Denkmal, das den in den antinapoleanischen Freiheitskriegen gefallenen Studenten und allen Menschen gewidmet ist, die zur Einigung des deutschen Reiches beigetrragen haben, wurde am 22. Mai 1902 feierlich eröffnet. Den Mittelpunkt der Einweihungsfeier bildete ein Festzug von etwa 2000 Personen mit 100 Burschenschafterfahnen vom Marktplatz in Eisenach zum Denkmal.


 

Einweihungsfeier

Den feierlichen Innenraum betrat man durch eine schwere Eisentür, über der die Inschrift "Dem geeinten Vaterland" eingemeißelt ist. Otto Gussmann [7.728 KB] , Professor der akademischen Künste in Dresden und Mitglied des Künstlerkreises "Die Brücke", gestaltete die Jugendstilfenster und das Deckengemälde. Als Deckengemälde wölbte sich in der Kuppel, eingefasst von Adlerpaaren auf goldenem Ornament, ein germanischer Urmythos: Die Götterdämmerung, der Kampf des germanischen Göttergeschlechtes der Asen gegen die Mächte der Finsternis, der endgültige Kampf zwischen Gut und Böse, der mit dem Weltuntergang endet.

Den Zweiten Weltkrieg hat das Denkmal ohne größere Schäden über- standen. Dem SED-Regime allerdings war es immer ein "Dorn im Auge", war es doch ein stilles Mahnmal für die deutsche Einheit geblieben. So gab es verschiedene Pläne zur Umgestaltung bis hin zum Gedanken der Sprengung. Die Glasfenster und das Innenensemble wurden mutwillig zerstört, das Deckengemälde fiel der Feuchtigkeit zum Opfer und musste als Totalverlust abgeschrieben werden, das gesamte Denkmal wurde sich selbst überlassen und dem Verfall preisgegeben.

Nach der Wende gelangte das Denkmal in den Besitz der Deutschen Burschenschaft zurück und konnte in seiner Bausubstanz wieder hergestellt werden. Auch das Land Thüringen hat sich großzügig daran beteiligt, galt es doch ein Kulturgut zu retten, das an die Freiheitsbewegung der akademischen Jugend im 19. Jahrhundert erinnert, die von der Wartburg und Jena ausging.

Nach fünfzehnjähriger Restaurierung wurden im Jahr 2006 mit der krönenden Rekonstruktion des Deckengemäldes durch den Maler und Grafiker Gert Weber die Sanierungsarbeiten am Burschenschaftsdenkmal vorläufig abgeschlossen

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Ausschnitt Deckengemälde